Waalwege um Meran

Waalwege um Meran

Ferien Erlebnisse auf den Waalwegen um Meran:

Eine Stufe höher als die Promenadenwegen liegen die beliebten Waalwege – eine Eigenart aus der Südtiroler Landwirtschaft. Ursprünglich als Bewässerungskanäle angelegt bieten die Waale heute bequeme Wanderwege mit herrlichen Aussichtspunkten über das Meraner Etschtal. Sie führen quer durch Obstanlagen, Weinäcker, Wälder und Wiesen.
Im Meraner Talkessel z.B.: Maiser Waalweg, Algunder Waalweg, Marlinger Waalweg

Die schönsten Waalwege im Burggrafenamt

bequem ab Hotel erreichbar

Der Marlinger Waalweg

Die Kartäusermönche in Schnals konnten im Laufer der Jahrhunderte ihre wirtschaftliche Macht so weit ausdehnen, dass sie fast zwei Drittel der Schnalser Höfe und Almen in ihren Besitz brachten. Im 18. Jahrhundert erwarb das Kloster auch einen Hof in Marling. Um diesen gewinnbringend bewirtschaften zu können, dachten die Mönche auch daran, Waale für die Bewässerung der Gründe zu bauen. So begannen sie 1737, von der Etsch bei der Töll einen Waal über 10 Kilometer bis nach Marling zu führen. Der Bau nahm fast 20 Jahre in Anspruch und verlangte die Mitarbeit der anliegenden Bauern, die die Vorteile dieses Waals für die wirtschaftliche Entwicklung bald erkannten. Die anfängliche Kostenberechnung belief sich auf 12.000 Gulden, schließlich kam der Waal die Mönche teuer zu stehen: die Endabrechnung wies die saftige Summe von fast 100.000 Gulden auf. Heute, nach fast 250 Jahren, bringt der Waal immer noch Wasser nach Marling. Wenn er auch an einigen Stellen verrohrt und ausgebaut ist, gehört sein Begleitweg doch zu den beliebtesten Wanderwegen im Burggrafenamt.

 

 

Wegbeschreibung:

Der Marlinger Waalweg beginnt an der Töll und verläuft oberhalb Marling bis nach Oberlana. Wer den ganzen Waalweg erwandert, kann sich einen guten Eindruck über die Länge und Großartigkeit dieses Waals verschaffen.

Länge: 12 Kilometer Höhenunterschied: unwesentlich Gesamtgehzeit: ca. 4-5 Stunden (ein Weg), kann aber beliebig verkürzt werden

Orientierung und Schwierigkeiten: in jeder Hinsicht leicht und problemlos

 

 

 

Der Maiser Waalweg

Mit einer Länge von rund neun Kilometern gehört der Maiser Waalweg zu den bedeutendsten Waalen Südtirols, er ist großteils in seinem ursprünglichen Zustand erhalten und in dem großen Kanal fließt viel Wasser. Es ist dies das Wasser der Passer und es kommt zum Teil von den Gletschern der Ötztaler und Stubaier Alpen. Da und dort wurde auch der Maiser Waal verrohrt, aber auf weite Strecken fließt das Wasser im ursprünglichen, mit Steinen aus

 

gemauerten und somit sehr naturnahen offenen Kanal. Stellenweise ist der Kanal sogar in die Felsen gemeißelt, an manchen Orten findet sich auch eine eingemeißelte Jahreszahl, und fast überall wird der Waal von üppiger Vegetation gesäumt und von Laub- und Nadelbäumen überschattet.

 

Wegbeschreibung:

Der Maiser Waal wird bei Saltaus im äußeren Passeiertal von der Passer abgeleitet und verläuft nahezu eben durch die ostseitigen, großteils bewaldeten Hänge talaus und endet im Gebiet von Obermais in Meran. Sein Begleitweg gehört zu den beliebtesten Wanderwegen im Burggrafenamt.

Länge: 9 km   Höhenunterschied: so gut wie keiner   Gesamtzeit: ca. 2-3 Std (ein Weg), kann aber beliebig verkürzt werden    Orientierung und Schwierigkeit: in jeder Hinsicht leicht und problemlos.

 

Der Algunder Waalweg

Neben dem Tappeinerweg, dem Höhenweg, der die von exotischen Bäumen, Ziergewächsen, Weinbergenund Obstgütern geprägten Hänge zwischen Segenbühel oder Meran und der Töll durchquert, gehört der Algunder Waalweg zu den beliebtesten im Burggräfler Ferienparadies. Der Algunder Waalweg, wie er heute in seiner Gesamtheit genannt wird, setzt sich aus dem Gratscher Waal, dem Algunder Waal und dem Plarser Waal zusammen. Als Wanderer lässt sich der Übergang von einem Waal zum nächsten nicht erkennen, zumal der Algunder Waalweg, abgesehen von einer Stelle, an der man den Waal kurz verlässt und über gut markiertem Straßenstück den Waalweg erneut erreicht, um die Wanderung fortzusetzen, keine Unterbrechung aufweist.

Wegbeschreibung:

Wo der Tappeinerweg in Gratsch in die Thurnsteiner Straße mündet, beginnt ca. 500 m westwärts der Straße der Algunder Waalweg. Er führt über Algund Dorf, Mitterplars und Oberplars bis zur Töll.

Länge: 6 Kilometer  Höhenunterschied: unbedeutend    Gesamtgehzeit: Ca. 3 Stunden (ein Weg), kann aber beliebig verkürzt werden    Orientierung und Schwierigkeit: in jeder Hinsicht leicht und problemlos

 

Der Kuenser Waalweg

Der Finelebach, aus dem das Wasser für den Kuenser Waal abgeleitet wird, hat seinen Ursprung oben bei den berühmten Spronser Seen. Diese sind aber nicht nur bekannt, weil sie die größte Bergseenplatte Südtirols bilden, sondern weil sie für den Wasserhaushalt da sind, was andernorts die Gletscher sind: Sie sammeln am Ende des Winters das Schmelzwasser der umliegenden Bergflanken und speichern es, um es dann den ganzen Sommer über gleichmäßig dem Finelebach abzugeben. Die Menschen der Umgebung verstanden es, dieses Wasser zu nutzen. Während sie die Speicherkraft der zwei größten Seen durch zusätzliche Abdämmung erhöhten, zapften sie den Finelebach an verschiedenen Stellen rechts und links an und bauten lange Wasserwaale. Heute verlaufen nahezu alle Wasserleitungen unterirdisch, einzig der Kuenser Waalweg ist noch so, wie ihn die Alter erbaut haben.

Wegbeschreibung:

Der Kuenser Waalweg beginnt am Mutlechnerhof, dem höchsten Hof in Kuens, und führt in das Fineletal bis unterhalb des Longfallhofes. Der Wasserlauf fließt durch üppige Vegetation, durch den Waldboden und um Felsrippen herum, als ob ihn nicht der Mensch, sondern die Natur selbst geschaffen hätte. Nur da ein altes Holzgeländer, dort eine moosüberwachsene Trockenmauer oder draußen, wo die Erosion die Eiszeitmoräne angenagt und ein paar hübsche Erdpyramiden geschaffen hat, ein längeres mit Steinplatten und Erdreich abgedecktes Waalstück lassen erkennen, dass der Wasserlauf Menschenwerk ist. Der Kuenser Waalweg ist eher schattig und deshalb auch an besonders warmen Tagen angenehm frisch zu bewandern.

Länge: 2,5 Km   Höhenunterschied: 240 m    Gesamtgehzeit: 1,5 Stunden (1Weg)    Orientierung und Schwierigkeit: in jeder Hinsicht leicht und problemlos

 

Verdinser Waalweg

Wer heute den 8 Kilometer langen Verdinser Waal sucht tut sich etwas schwer, denn hier, wie sonst überall, haben sich die Waale stark zurückentwickelt. Auf der unten beschriebenen Wegstrecke kann sich der Wanderer aber ein gutes Bild machen von der gewaltigen Arbeitsleistung, die der Bau erforderte.

Der Verdinser Waal wird in 1100 m Höhe östlich von Verdins gefasst und zieht dann nahezu eben durch die Südseitigen bewaldeten Steilhänge bis zur Hofersäge. Von hier verläuft der Weg abwechselnd durch Obstgüter, Waldzonen, Wiesen und Kastanienhaine bis zum Naifbach. Der Waal ist noch voll in Betrieb und dient zur Bewässerung der ausgedehnten Kulturflächen von Verdins, Schenna und St. Georgen.

Wegbeschreibung:

Da der Waal größtenteils unterirdisch verläuft, ist für eine Wanderung eigentlich nur die Strecke zwischen der Talstation der Taser-Seilbahn und St. Georgen interessant. Auf diesem Abschnitt kann der Wanderer beobachten, wie die Wasserführung als kleiner Stollen die Felsen durchbricht oder - kurz darauf - neben den Stufen der "Katzenleiter" recht abenteuerlich den Schnuggenbach als "fliegende Leitung" überquert.

Länge: ca. 8 Kilometer, rund 2 Kilometer sind begehbar

Höhenunterschied: unbedeutend

Gesamtgehzeit: ca. 1 Stunde (ein Weg), kann aber beliebig verkürzt werden

Orientierung und Schwierigkeit: in jeder Hinsicht leicht und problemlos

 

Kleine Geschichte der Waale

Wegen der Niederschlagsarmut wurden im Burggrafenamt, wie auch im restlichen Land Südtirol, im Laufe von Jahrhunderten ausgeklügelete Techniken für die Fassung, den Transport und die Verteilung von Bewässerungswasser entwickelt. Mit diesem Verfahren konnten die Ernteerträge deutlich gesteigert werden. Das verzweigte Bewässerungssystem gleicht den Lebensbahnen eines menschlichen Körpers, in dem Adern und Venen die Versorgung des Körpers bis in die äußersten Zellen sichern. In Südtirol entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Bewässerungsnetz, das zu den vollständigsten im ganzen Alpenraum zählt: viele Kilometer von Wasserläufen, die in die Erde gegraben oder aus den Felsen gehauen sind, mit langen Rohren aus Metall oder aus Holz. Und einige von diesen Waalen führen noch heute Wasser in die entlegenen Wiesen und Felder. Die ältesten Urkunden, in denen die Rechte auf Wasserableitung und Wassernutzung festgehalten sind, reichen in das 12. Jahrhundert zurück. Aber bereits in diesen wird schon öfters auf frühere Rechte Bezug genommen, die nun schriftlich bestätigt wurden. Wir dürfen also davon ausgehen, dass es schon viele früher Waale gegeben hat. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat das Bewässerungssystem der Waale nach und nach an Bedeutung verloren. Dei meisten Waale wurden aufgelassen oder verrohrt. So hat der Fortschritt auch die Waale eingeholt. Betrachten Sie also die Waale, die heute noch im Burggrafenamt Wasser führen, als Zeugen einer vorgehenden Kultur, die den Wanderer auf ihren Begleitwegen nicht nur durch die herrliche Natur, sondern auch durch seine Geschichte und vorbei an seinen Kulturgütern führt.

 

Brandiswaalweg:

Ein gemütlicher und ebener Wanderweg der Oberlana mit Niederlana verbindet. Durch Kastanienhaine und Obstkulturen mit schönem Blick auf Lana. Der Waalweg beginnt an der Gampenstraße, vom Gehsteig links abzweigend (Richtung Lana-Gampenpass), und führt an Kloster Lanegg und der St. Margarethen-Kirche vorbei bis zum Wasserfall oberhalb des Golfplatzes Lana. Einkehr Möglichkeiten Restaurant Waalrast. Idealer Spazierweg zur Pfarrkirche Niederlana (Schnatterpeckaltar) oder zum Obstbau Museum. Gehzeit: Einstieg Gampenstraße Wasserfall 40 Minuten.

 

Brandiser Wasserfall

Der Weg zum Wasserfall wurde erst 2002 neu eröffnet. Vom Restaurant Waalrast aus sind es nur 5 Minuten Gehzeit. Im Sommer ist es angenehm kühl am Wasserfall und die Kinder können am Wasser spielen, Dämme bauen oder Steine springen. Für ältere Leute sind Bänke zum Ausruhen, Lesen und Nachdenken (das Rauschen des Wassers beruhigt ungemein) vorhanden.

 

Partschinser Waalweg:

(Gesamtlänge: 5 km, Gehzeit: ca. 2 Stunden)

Eine Gehstunde oberhalb des Ortskerns von Partschins (Richtung Wasserfall) am Salten - beim großen Saltenstein rechter Hand - beginnt der Partschinser Waalweg. Er verläuft in östlicher Richtung am Burgstall vorbei und endet beim Gasthof Niedermair im Ortsteil Vertigen.

 

 

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